„Vergiss mein nicht“ – Ein Dokumentarfilm von David Sieveking

Das diesjährige Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm bot mit seinen 360 Filme aus 62 Ländern ein breites Filmspektrum an. So breit, das es für mich absolut unrealistisch war alle, wirklich alle Dokumentar- und Animationsfilme in der Festivalwoche im Kino anzusehen. Wer das geschafft hat möge sich bitte melden und mir erklären WIE?! Mein Rekord der vergangenen Jahre wurde deutlich gebrochen und ich habe jede einzelne dieser 1394 Filmminuten aufgesaugt und genossen. Fantastische Filme waren dabei, so viele Tränen der Rührung, Trauer, Wut, Ermattung und der Freude flossen aus meinen fast schon viereckigen Augen während der Festivalwoche. Viele Geschichten werden mich noch lange begleiten. Viele Filme werde ich mir erneut ansehen.
Einer der Filme, welcher mich von der Geschichte und Erzählart her stark beeindruckt hat, lief  im deutschen Wettbewerb Dokumentarfilm beim diesjährigen DOK Leipzig. Der Regisseur David Sieveking betrachtet in „Vergiss mein nicht“  den Umgang mit Menschen mit Alzheimer in der heutigen Gesellschaft. Die Besonderheiten des Film sind das Verhältnis zur Protagonisten, sie ist Davids Mutter, und die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Der Film hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Famile sich seit jeher sehr nahe steht, durch die Erkrankung der Mutter allerdings noch näher zusammenrückt  ist und gemeinsam bis dato verborgene Details aus der Vergangenheit erkundet. Details, die die Biographie der eigenen Eltern und ihrer Beziehung näher erläutern und den Einen oder die Andere bestürzen könnten. Oder auch Details, die einfach ein herzhaftes, fröhliches Lachen erlauben. Oder jene Details, die die eigene Biographie spürbarer werden lassen.
Der Film lebt von Emotionen und Sieveking hat es geschafft mich in den Strudel der Gefühle mit hineinzuziehen, wenn er davon berichtet, welche Herausforderungen die Pflege eines geliebten Menschen birgt. Er, der Film, zeigt ganz viel Liebe: die elterliche Liebe, die partnerschaftliche Liebe und die Liebe und Hingabe zu dem persönlichen Sinn im Leben.

Meine Begeisterung ist schier unendlich für diesen Film, umso mehr freue ich mich, dass „Vergiß mein nicht“ Ende Januar 2013 in die Kinos kommt. Für diesen Kinostart wünsche ich David, seiner Filmcrew und seiner Familie ganz viel Erfolg. Way to go, David!

Ein Gedanke zu „„Vergiss mein nicht“ – Ein Dokumentarfilm von David Sieveking

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