Postcrossing.

Ich stehe vor meinem Briefkasten und wieder nur Rechnungen und Informationen zum neuesten Möbelsortiment des schwedischen Kaufhauses. Schade, kaum noch Postkarten oder Briefe. Zumindest im Alltag. Dabei ist es so ein tolles Gefühl eine geschriebene Nettigkeit aus den nahesten oder fernsten Ländern in den Händen zu halten. Und was für schick schreckliche Motive es gibt.

Mit 16 Jahren haben Freunde und ich angefangen uns aus den Urlauben die kitschigsten, hässlichsten oder obzönsten Postkarten nach Hause zu schicken. Oh wie liebe ich es immer mal durch die Postkarten-der-Jugend-Kiste zu stöbern. Diese Tradition mag ich, sie beruhigt mich, und ich trage sie weiter in andere Kreise hinein und bitte inständig bei jeder neuen Reiseankündigung meiner Liebsten um den analogen Postversand. Gerade neulich kurz vor Weihnachten kam eine Karte aus Japan. Sie war eine der Überraschendsten. Freude! Oder auch die erste Karte Anfang 2012, die viel Jahr zum Glücklichsein wünscht, die war auch toll. Um ehrlich zu sein, freue ich mich über jede Postkarte und auch jede Geburtstagskarte. Zum Beispiel Omas Geburstagspostkarten mit den bunten Rosen als Motiv und manchmal ein bisschen Glitzer.

Ich habe mir geschworen irgendwann was ganz GROßARTIGES mit allen Karten zu machen. Was, weiß ich nocht nicht genau. Bis die zündende Idee gekommen ist, werden alle Karten in Opas altem Koffer aufbewahrt, der als Dekoelement dient.

Wie es scheint, fühlen viele andere Menschen ähnlich wie ich und schreiben nach Hier und nach Dort. Vor allem aber sind es digital vernetzte Menschen, die reale Briefmarken aufkleben und oft an niemanden bestimmten schreiben. Wie das geht? Über Postcrossing:

„Das Projekt

Der Sinn des Projekts ist, den Leuten die Möglichkeit zu geben, Postkarten aus aller Welt zu empfangen – kostenlos. Na, fast kostenlos! Die Hauptidee ist folgende: Wenn Du eine Postkarte sendest, dann bekommst Du mindestens eine zurück von einem zufällig gewählten Postcrosser in der Welt. (…)

Wie funktioniert es?

Zuerst die Kurzversion:

  1. Fordere eine Adresse von der Webseite an.
  2. Schicke die Postkarte an die Adresse.
  3. Warte darauf, eine Postkarte zu erhalten.
  4. Registriere die erhaltene Postkarte im System.“ (postcrossing.com)

Ganz simpel. Da schreibt dann Viktoriaaa aus Polen eine Postkarte nach Russland und eine Postkarte aus Deutschland erreicht ihr Ziel in der Ukraine. Bei 381 623 Teilnehmenden aus 217 Ländern und im Durschnitt 1,170 verschickten Postkarten in der Stunde, sprechen nicht nur die Statistiken für dieses wunderbare Projekt von Paulo Magalhães. Es sind die Emotionen beim Öffnen des Briefkastens, die Vorfreude, die Motive und das manchmal hastige Lesen direkt beim Treppenaufstieg.

Unbenannt
Hallo Brieffreundschaft des 21. Jahrhunderts. Happy Posting!

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